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Editorial: Märkte am seidenen Faden

„Märkte am seidenen Faden“ betitelten wir unser Geldanlagebuch »Anlagechancen 2018« im vergangenen September – und ich sagte in meinem Editorial den Absturz der Börsen im Sommer 2018 nach Ausbildung einer »Fahnenstange« voraus.

Zugleich setzten wir stark auf Rohstoffe, bei denen wir Nachholpotenzial sahen. Unsere Erwartung für den Dow Jones Industrials lag in der Spitze bei 26.000 Zählern, für den Nikkei bei 22.500 und für den DAX bei 15.700. Der Deutsche Index hat sein Ziel nicht erreicht, die anderen beiden Börsen haben es knapp überschritten.

Die US-Börsen entscheiden, ob der Faden hält

Jetzt könnte der seidene Faden tatsächlich reißen. Die US-Börsianer halten die Schere in der Hand. Denn die wichtigen Börsen in Übersee rücken in ihrer Abwärtsbewegung wieder gefährlich an wichtige Kursunterstützungen heran. Sowohl der Dow Jones als auch der marktbreitere S&P 500 laufen auf die 200-Tagelinie zu.

Fallen die Notierungen unter diese technisch wichtige Unterstützung, ist das ein Verkaufssignal. Wird es ausgelöst, dürfte es einen kräftigen Kursrutsch geben. Denn der Anteil automatischer Handelssysteme, die sich nach technischen Trading-Signalen richten oder kräftigen Kursausschlägen folgen (und diese damit verstärken) nimmt kontinuierlich zu.

Die Schwankungen werden noch zunehmen – und das bietet Chancen

Für die Märkte bedeutet das ein weiteres Ansteigen der Volatitilität. Das macht das Platzieren von Stopp-Kursen in der Praxis schwer. Auf der anderen Seite ermöglicht es Anlegern, gewünschte Kauforders in den Markt zu legen, die bei Erreichen bestimmter Kursschwellen automatisch ausgeführt werden.

Darin sehen wir für die kommenden Wochen eine gute Gestaltungsoption. Das bedeutet aber auch, dass Anleger kurzfristiger agieren müssen. Sie platzieren Kauflimite an relevanten Kursunterstüzungen. Ebenso können Verkaufsorders an Widerständen in den Markt gelegt werden. Auf diese Weise lassen sich auch trendlose, aber volatile Seitwärtsbewegungen in Rendite ummünzen.

ETF für technische Gegenreaktion

Wir setzen diese Strategie für den DAX mit einem gehebelten ETF um. Für diesen stellen wir einen Kaufkurs an der Unterstützung von 11.800 Punkten in den Markt. Auf dieser Basis rechnen wir mit einer kräftigen Gegenbewegung nach oben.

Der ETF – wir hatten ihn schon mehrfach in diesem Jahr gehandelt – kann dann bei einem Schub in Richtung 12.500 Punkte wieder verkauft oder per Stopp abgesichert werden.

Im dünnen Handel während der Ferien dürfte sich an der Börse kein neuer Trend etablieren. Damit rechnen wir im Herbst, wenn die Masse der Händler an die Märkte zurückkehrt. Dann werden auch die realen Folgen des Zollstreits kalkulierbarer sein. Die momentane Unsicherheit würde konkretem Wissen weichen – das dann eingepreist wird.

Fazit

Die Börsen bleiben volatil. Wir rechnen wei- ter mit Sommergewittern und halten im DAX einen Rutsch Richtung 11.800/12.000 Punkte für möglich. Dort würden wir aus taktischen Gründen kaufen.

Ihr Ralf Vielhaber


Datum 03-07-2018

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